Pflege bei Demenz, beschützende Wohngruppen

 

Die beschützende Wohngruppe für Demenzkranke

Dementengarten

Garten der beschützenden Wohngruppe

Ist heute Dienstag oder Weihnachten? Dementengarten

Ist das noch meine Mutter, mein Vater, mein Ehepartner? Früher waren sie ausgeglichen, lebensfroh und liebevoll. Jetzt sind sie unruhig, hilflos, unsicher und manchmal sogar aggressiv. Das Kurzzeitgedächtnis funktioniert nicht mehr, die selbstständige Versorgung wird zum Risiko. „Ist der Herd aus, haben sie gegessen und getrunken, ihre Medikamente richtig genommen.“ Diese Fragen stellen sich viele Familienmitglieder täglich, die ihre dementen Angehörigen betreuen.

Die Begleitung Demenzkranker stellt Familienmitglieder vor sehr große Herausforderungen, die neben dem beruflichen Alltag sehr schwer zu erfüllen sind, da bei fortgeschrittener Demenz eine Betreuung fast rund um die Uhr nötig ist. Und selbst bei einem genügend großen Zeitbudget ist die Betreuung nicht ganz einfach. Vor dem sichtbaren Ausbruch der Krankheit waren die Eltern oder der Ehepartner oft eine Stütze. Nun haben sich die Rollen ins Gegenteil verkehrt, ist deren Verhalten teilweise gar von Misstrauen geprägt. Im fortgeschrittenen Stadium erkennen sie nicht einmal mehr die engsten Angehörigen. Das ist für beide Seiten eine äußerst schwierige Situation.

Menschen, die an einer gerontopsychiatrischen Erkrankung, z. B. Demenz leiden, verlieren ihre Identität, ihr Zuhause, ihre vertraute Umgebung, ihre Sicherheit, je nach Fortschritt der Erkrankung. Diese Veränderungen machen Angst. Deshalb ist die Haltung von Demenzkranken ihrer Umwelt gegenüber geprägt von Angst, Unsicherheit, Misstrauen und Abwehr. Sie müssen sich vor eingebildeten ständigen Angriffen einer von ihnen nicht verstandenen Umwelt schützen.

Wie kommt es zur Demenz?

Durch langjährige, krankhaften Veränderungen im Gehirn ergibt sich oft schleichend eine verminderte geistige Leistungsfähigkeit. Diese macht sich in folgenden Bereichen des täglichen Lebens bemerkbar:

  • Orientierungsbeeinträchtigung – wo bin ich, was passiert gerade, wer ist das?
  • Einschränkung der Urteilsfähigkeit
  • Abnahme der Gedächtnisleistung und des Denkvermögens
  • Evtl. Einschränkungen im Sprach- und Rechenvermögen
  • Stimmungs- und Verhaltensprobleme
  • Evtl. Persönlichkeitsveränderung

Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungen mit der beschriebenen Symptomatik. Unterschieden werden hierbei die Alzheimer-Demenz, die Vaskuläre Demenz, Morbus Pick, bzw. psychischen Erkrankungen. Die Alzheimer-Demenz ist mit zwanzig Prozent die am häufigsten auftretende Form.

Was brauchen demente Personen?

Seniorin mit altem Foto aus ihrer jugend Demente Menschen brauchen dringend Sicherheit, immer wiederkehrende gleiche Abläufe, Strukturen und Rituale, um sich nicht ganz zu verlieren.

Sie benötigen einen überschaubaren Rahmen, der ihnen Geborgenheit vermittelt. Jede Art von Über- oder Unterforderung verstärkt die Symptome wie Unruhe, Erregtheit, Bewegungsdrang, Abgestumpftheit etc.. Weitere Verhaltensauffälligkeiten, Tag-, Nachtrhythmusstörungen, wahnhaftes Verhalten oder das Bedürfnis wegzulaufen.

Darauf legen wir besonderen Wert:

–  Unsere beschützende Abteilung mit insgesamt 22 Plätzen im Seniorenzentrum Freising berücksichtigt die unterschiedlichen Demenzgrade unserer Bewohner.

–  Durch geeignete Rahmenbedingungen, z. B. Niederflurbetten, versuchen wir Fixierungen oder Sedierung durch Medikamente möglichst zu vermeiden, um die Lebensqualität zu verbessern oder zu stabilisieren.

–   Unser gerontologisch geschultes Personal weiß um die individuellen Ängste von Demenzkranken und nimmt diese mit ihren Ängsten und Nöten ernst.

–   Von zentraler Bedeutung ist bei Demenzkranken die Wohn- und Lebensituation. Sie benötigen aufgrund ihrer Unsicherheit Geborgenheit, Überschaubarkeit und Vertrautheit ihrer Umgebung. Darauf geht unser Personal gezielt ein. Es bietet so viel Normalität wie möglich und nur so viel Hilfe und Betreuung wie nötig, um die Selbstständigkeit zu erhalten und zu fördern.

–   Wir geben dem Alltag eine Struktur. Der zentrale Mittelpunkt ist die großzügige Wohnküche. Der Herd ist das Symbol für häusliche Wärme und Geborgenheit. Gemäß den individuellen Möglichkeiten wird die Alltagsarbeit wie Tischdecken, Hilfe beim Kochen und vieles mehr von den Mitgliedern der beschützenden Wohngruppe selbst erledigt. Bekannte Düfte und Küchengeräusche, vertraute Stimmen und Stimmungen geben einerseits Sicherheit und Geborgenheit, stimulieren aber zugleich die Reize im Gehirn. Dazu gehören auch vertraute Tätigkeiten wie Malen, Sticken, Stricken, Basteln oder Singen. Die Bewohner können aktiv daran teilnehmen oder einfach nur zuschauen.

–  Ein Ort der Ruhe und der Kraft ist für unsere dementen Bewohner unser großer Garten mit vielen blühenden Pflanzen. Hier erleben sie intensiv die unterschiedlichen Jahreszeiten.

Unser Konzept für unsere beschützende Wohngruppe im Seniorenzentrum Freising basiert auf dem Pflegemodell von Monika Krohwinkel, das auch in unseren Pflegeheimen Grundlage ist.

Bei Fragen oder Interesse wenden Sie sich bitte an uns. Wir sind Ihnen gerne behilflich:

SIB NEU
Helga Müller 
Rotkreuzstrasse 21, 85354 Freising
Telefon  0 81 61 / 60 30
Fax       0 81 61 / 603-129
SiB@heiliggeistspital-freising.de

Gerne können Sie sich auch vor Ort ein Bild von unseren Einrichtungen machen.


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