Interview – Frau Berner

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Pluspunkt Gemeinschaft

Antje Berner ist eine der beiden Mitarbeiterinnen im Sozialdienst und Ansprechpartnerin für „Wohnen im Alter“. Sie und ihr Team haben immer ein offenes Ohr für die Bewohner, beraten aber auch Interessenten. Die Sprechstunden sind von 9 bis 11 Uhr im Heiliggeistspital, Heiliggeistgasse 5 in Freising und nach telefonischer Vereinbarung.

Wer sucht Rat bei Ihnen?
Antje Berner: Wir beraten nicht nur unsere Bewohner, sondern alle, die sich für das Angebotsspektrum von Wohnen im Alter interessieren. Das sind beispielsweise Menschen, deren Wohnung sich im 3. Stock ohne Lift befindet und und die die Treppen nicht mehr bewältigen können. Manchmal sind es auch fehlende Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeiten, die an einem Umzug denken lassen. Ein weiterer Anlass kann ein Mangel an sozialen Kontakten sein. Manchmal kommt es auch vor, dass der Partner verstorben und das Eigenheim zu groß für eine Person alleine ist. Oder die Kinder sind aus beruflichen Gründen nach Freising gezogen und möchten ihre Angehörigen in der Nähe wissen.
Unsere Bewohner oder deren Angehörige beraten wir zudem in sozialrechtlichen Belangen, wie z. B. bei Fragen zur Pflegeversicherung, zu Vollmachten und Patientenverfügungen. Wir nehmen uns aber auch Zeit bei persönlichen Problemen…

…diese wären?
Antje Berner: Das kann bei Konflikten der Bewohner untereinander sein oder bei Kummer. Natürlich können wir nicht alles auffangen. Wir vermitteln dann gerne entsprechende fachliche Ansprechpartner oder den Kontakt zu Selbsthilfegruppen. Im akuten Fall sind wir immer da, nehmen uns Zeit und haben ein offenes Ohr.

Welche Aktivitäten werden bei „Wohnen im Alter“ geboten?
Antje Berner: Wir bieten derzeit regelmäßig Gymnastik, Gedächtnistraining, Filmvorführungen, Gesellschaftsnachmittage mit Programm und Kaffee und Kuchen, eine Handarbeitsgruppe und Spielenachmittage. Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig und in der Regel ist keine Anmeldung nötig. Die Angebote werden von vielen Bewohnern gerne angenommen und sind gut besucht. Einmal im Monat findet zusammen mit den Heimbewohnern eine große Feier unter einem bestimmten saisonalen Motto statt.

Warum dieses?
Antje Berner: So versuchen wir, den Bewohner unserer Wohnungen ihre Berührungsängste zum Heim zu nehmen. Denn manche Mieter müssen irgendwann vielleicht auch einmal ins Heim umziehen. Bei den Festen können bereits Kontakte geknüpft werden. Und oft werden da auch gute Freundschaften geschlossen. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht und können manche Zweifel vor dieser Veränderung zerstreuen.

Ab welchem Alter macht ein Umzug in die Einrichtung „Wohnen im Alter“ Sinn?
Antje Berner: Der Zeitpunkt ist sicherlich individuell unterschiedlich und kann nicht an einem bestimmten Alter festgemacht werden. Es ist jedoch sinnvoll, nicht zu spät umzuziehen, denn eine gewisse Selbstständigkeit ist wichtig und auch Voraussetzung. Wir nehmen allerdings nur Bewohner auf, die bereits in Rente und in der Regel 60+ sind.

Welche Vorteile bietet das „Wohnen im Alter“ der Heiliggeistspital-Stiftung Freising?
Berner: Unsere barrierefreien Wohnungen sind nur wenige Schritte vom Zentrum der Freisinger Altstadt mit ihren Cafés und zahlreichen Läden entfernt. Da kommt man z. B. auch mit dem Rollator gut hin. Ein beliebter Treffpunkt sind auch die schönen Gärten unserer Einrichtungen. Und ein ganz großer Pluspunkt ist unser vielfältiges Gemeinschaftsprogramm. Es ist immer etwas geboten, keiner muss alleine bleiben.

Gibt es eine Begrenzung bei den Pflegestufen für das „Wohnen im Alter“?
Antje Berner: In der Regel sind die Pflegestufen I-II unproblematisch. Personen, die an psychischen Erkrankungen, wie z. B. an einer bipolaren Störung, leiden oder dement sind, können wir hier allerdings nicht auffangen und betreuen.

Welcher Service ist beim „Wohnen im Alter“ enthalten?
Antje Berner: Wir bieten Grund- und Wahlleistungen. In den Grundleistungen ist z. B. der Hausnotruf enthalten. Mit dem kann rund um die Uhr Hilfe geholt werden, z. B. bei einem Sturz. Zudem gibt es zur Sicherheit eine Tagestaste, die zweimal am Tag gedrückt werden muss. Die Wahlleistungen können individuell abgerufen werden. Das kann z. B. Hilfe beim Duschen oder Anziehen sein, bei der Medikamentengabe oder Behandlungspflege, z. B. beim Wechseln von Verbänden. Weiter bieten wir Unterstützung beim Einkaufen, Wäscheservice und Getränkelieferung. Selbstverständlich gehören dazu auch der mobile Menüservice und die Unterstützung beim Reinigen der Wohnung. Diese Dienste müssen jeweils extra bezahlt werden und sind nicht wie die Grundleistungen in den Mietkosten enthalten.

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